Möslalm Wörgl
Historische Aufnahme der Möslalm aus dem Jahr 1903

Die Alm · Seit Generationen

Die Geschichte der Möslalm

Ein Berg, viele Wege – und eine Geschichte, die weit zurückreicht.

Historische Aufnahme

Wörgl und sein Hausberg

Ein Stück Geschichte von Wörgl.

Die Möslalm ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und der Wörgler Hausberg. Doch der Ort war schon lange bevor Wanderer, Radfahrer und Ausflügler hierherkamen ein wichtiger Teil der Wörgler Berg- und Almwirtschaft.

Über Generationen wurde die Möslalm landwirtschaftlich genutzt. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einem Ort der Begegnung. Wege wurden gebaut, die Hütte verändert, der Berg erschlossen und immer neue Möglichkeiten geschaffen, die Möslalm zu erreichen und zu erleben.

Möslalm, historische Archivaufnahme 1
Möslalm, historische Archivaufnahme 2
Möslalm, historische Archivaufnahme 3

Möselalm bei Wörgl · Archivaufnahmen

18. Jh.

Kapitel 01

Die Anfänge

Almwirtschaft und Schankgerechtigkeit

Die Geschichte der Möslalm reicht weit zurück. In einer historischen Darstellung aus dem Jahr 1997 wird überliefert, dass die Almhütte bereits von Kaiserin Maria Theresia mit der Schankgerechtigkeit ausgezeichnet worden sein soll.

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Damit verbindet sich eine besondere Tradition: Die Möslalm war nicht ausschließlich landwirtschaftlicher Ort, sondern schon früh auch ein Platz, an dem Menschen einkehren konnten.

Ursprünglich führten einfache Saumwege durch den Bergwald. Sie dienten Menschen ebenso wie dem Vieh und waren vor allem für die Almwirtschaft von Bedeutung. Was heute ein beliebtes Ziel für einen Spaziergang oder eine Wanderung ist, war damals ein wesentlich mühsamerer Weg auf den Berg.

Mösl

Kapitel 02

Woher kommt der Name?

Ein Hof gibt der Alm ihren Namen

Der Name der Alm ist eng mit der Geschichte des sogenannten Wörgler Winkels verbunden. Am Fuß des Wörgler Berges befanden sich früher mehrere bäuerliche Anwesen. Eines davon trug den Namen Mösl. Die dazugehörige Alm wurde als Möslalm bezeichnet – und diesen Namen trägt sie bis heute.

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Auch die landwirtschaftliche Nutzung war über sogenannte Almgrasrechte geregelt. Historisch sind für die damaligen Güter Mösl und Trauböck insgesamt zehn Almgrasrechte überliefert. Diese ermöglichten den Auftrieb von bis zu zehn Kühen.

Die Möslalm ist also nicht nach ihrer Lage oder ihrer Aussicht benannt, sondern nach einem historischen Hof und der bäuerlichen Landschaft, aus der sie entstanden ist.

1902

Kapitel 03

Der Weg auf die Möslalm

Vom Saumweg zum Wanderweg

Mit dem beginnenden Fremdenverkehr veränderte sich die Bedeutung des Berges. Der 1885 gegründete Verschönerungsverein Wörgl setzte sich zunehmend dafür ein, die Umgebung für Spaziergänger und Besucher zugänglich zu machen.

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1902 wurde schließlich vom Winkel aus ein Wanderweg zur Möslalm angelegt. Der Bau war für die damalige Zeit ein aufwendiges Vorhaben. Historische Unterlagen berichten von Kosten in Höhe von 255 Kronen und vom Einsatz zahlreicher Arbeiter.

Aus einem ausschließlich für Almwirtschaft und Viehtrieb genutzten Bergweg wurde zunehmend ein Weg für Menschen, die den Berg als Erholungs- und Ausflugsziel entdecken wollten.

1903

Kapitel 04

Eine neue Hütte

Ein gastliches Unterkunftshaus

Nur ein Jahr später wurde die Almhütte neu errichtet. Das neue Gebäude wurde damals als „gastliches Unterkunftshaus“ bezeichnet.

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Die Hütte bildete damit zunehmend auch einen Anlaufpunkt für Menschen, die auf den Berg kamen. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde das Gebäude weiterentwickelt. Unter anderem kam später die Veranda hinzu und der Zugang wurde verändert.

Die heutige Möslalm steht damit in einer langen baulichen Tradition: Seit mehr als hundert Jahren gibt es hier einen Ort, an dem Almwirtschaft und Gastlichkeit miteinander verbunden sind.

Damals

Kapitel 05

Der Alltag auf der alten Alm

Jeder Weg war Arbeit

Der Betrieb einer Alm war früher mit wesentlich mehr Aufwand verbunden als heute. Alles, was für die Bewirtschaftung und den Gastbetrieb benötigt wurde, musste auf den Berg gebracht werden. Der historische Saumweg wurde weiterhin für den Viehtrieb genutzt.

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Für Transporte kamen unter anderem Pferde zum Einsatz. Als Transportmittel wurde sogar ein sogenannter „Räderling“ verwendet – ein einfaches Fahrzeug mit Rädern und Kufen, das den Transport bergauf erleichterte und bei der Talfahrt gebremst werden konnte.

Heute erreichen Besucher die Möslalm mit Wanderschuhen, Fahrrad oder im Winter mit der Rodel. Die Mühen des früheren Almtransports sind kaum noch vorstellbar. Gerade deshalb gehört auch diese Seite zur Geschichte der Möslalm.

Schotterweg durch den Bergwald hinauf zur Möslalm

Ein Berg, viele Wege

Geschichte und Weg gehören hier zusammen.

1809–45

Kapitel 06

Die Möslalm in bewegten Zeiten

Rückzugsort am Rand der Stadt

Auch die Geschichte der Möslalm blieb von den großen Ereignissen ihrer Zeit nicht unberührt. Durch ihre Lage am Rand des Siedlungsgebietes war die Umgebung des Berges in schwierigen Zeiten auch Rückzugs- und Zufluchtsort.

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Die historische Darstellung der Möslalm berichtet sowohl von den Ereignissen rund um die Kämpfe des Jahres 1809 als auch von den Kriegsjahren 1943 bis 1945, in denen die Bevölkerung die Flugbewegungen alliierter Bomber über der Region beobachten konnte.

Diese Ereignisse gehören zur Geschichte des Berges und seiner Umgebung – ebenso wie die vielen ruhigeren Jahrzehnte dazwischen.

1962

Kapitel 07

Das Gipfelkreuz

Ein Zeichen über Wörgl

„Herr schütze unsere Heimat“

Die Möslalm und ihr höchster Punkt wurden im Laufe der Zeit immer stärker zu einem Ziel für Wanderer. 1962 entstand die Idee, am höchsten Punkt des Berges ein neues, weithin sichtbares Gipfelkreuz zu errichten.

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Das neue Kreuz wurde aus Lärchenholz gefertigt und erhielt eine metallene Dornenkrone. Am 14. Oktober 1962 wurde es feierlich eingeweiht. Trotz des damaligen Wetters kamen nahezu 300 Menschen zur Gipfelkreuzweihe auf den Berg.

Das Kreuz wurde zu einem sichtbaren Fixpunkt der Möslalm – und zu einem Ort, an dem Menschen bis heute innehalten, rasten und den Blick über Wörgl genießen. 1997 wurde das Gipfelkreuz erneut erneuert.

1977/78

Kapitel 08

Der Möslalmweg entsteht

5,2 Kilometer verändern den Berg

Die Bringungsgemeinschaft Wörgler Berg beschloss 1977 den Bau eines befestigten Fahr- und Transportweges von der Wildschönauer Straße beim heutigen Berghäusl bis zur Möslalm.

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Der Weg sollte in erster Linie der Alm- und Forstwirtschaft dienen und auch größere Transportfahrzeuge ermöglichen. Der rund 5,2 Kilometer lange Weg wurde 1977 bis zur Almhütte fertiggestellt. 1978 konnte er eröffnet werden.

Damit veränderte sich die Erreichbarkeit der Möslalm grundlegend. Gleichzeitig entstand die Grundlage für jene Wegebeziehungen, die den Berg heute für Wanderer, Radfahrer und Wintersportler so interessant machen.

Danach

Kapitel 09

Vom Wirtschaftsweg zum Erlebnisweg

Ein Wegenetz wächst

Was ursprünglich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen gebaut wurde, entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Freizeitweg. Wanderer entdeckten die Strecke für sich. Radfahrer kamen hinzu, später wurde der Weg auch als Rodelstrecke bekannt.

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Von der Möslalm aus entstanden beziehungsweise entwickelten sich weitere Verbindungen – unter anderem Richtung Schrofen, Stockeben und Niederau sowie in Richtung Wörgler Boden.

So wurde aus einem Wirtschafts- und Transportweg ein Teil eines ganzen Wegenetzes rund um den Wörgler Hausberg.

1987

Kapitel 10

Der Kreuzweg

14 Stationen auf dem Weg zur Möslalm

Ein besonderer Teil der Möslalm ist der Kreuzweg entlang des Hauptweges von der Wildschönauer Kurve. Entlang des früheren Zauberwinkel-Saumweges hatten bereits einmal Kreuzwegstationen bestanden. Diese Erinnerung führte später zur Idee, einen neuen Kreuzweg entlang des Möslalmweges zu gestalten.

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Der Wörgler Kulturreferent Simon Mayer initiierte das Projekt. Nach seinem Tod im Jahr 1986 wurde die Idee von engagierten Wörgler Bauern weitergeführt. Am 12. Juli 1987 wurden die 14 Stationen eingeweiht.

Die Stationen wurden von heimischen Künstlern gestaltet und verbinden religiöse Tradition, Kunst und den Weg auf den Berg. 2021 wurde der Kreuzweg renoviert.

Die 14 Stationen sind heute nicht nur religiöse Orte. Sie begleiten Besucher auf ihrem Weg und bilden Orientierungspunkte entlang des Aufstiegs. Geschichte und Weg gehören hier zusammen.

Heute

Kapitel 11

Die Möslalm heute

Der Begegnungsberg über Wörgl

Heute ist die Möslalm der Wörgler Hausberg und ein Begegnungsort für Menschen aus Wörgl und der gesamten Umgebung. Menschen erreichen sie zu Fuß, mit dem Fahrrad und im Winter auf der Rodel.

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Die Möslalm selbst liegt unterhalb des Möslalmkogels auf 1.109 Metern. Von oben öffnet sich der Blick über Wörgl und die umliegende Bergwelt. Zu sehen sind unter anderem die Hohe Salve, der Pölven, die Festung Kufstein sowie Hundsalmjoch, Buchacker, Köglhörndl und Pendling.

Der Charakter des Berges hat sich verändert, seine Bedeutung ist geblieben: Die Möslalm ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen – zum Wandern, Radfahren, Einkehren, Abschalten, Feiern und Genießen. Oder einfach, um ein Stück Wörgl von oben zu erleben.

Natur

Kapitel 12

Natur rund um die Möslalm

Vom Bergwald bis zur Almwiese

Der Weg zur Möslalm führt durch unterschiedliche Wald- und Landschaftsbereiche. Fichten, Tannen, Eichen, Eiben und Buchen prägen den Wald. In höheren Bereichen öffnen sich die Wege zunehmend zu Almwiesen.

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Auch die Tierwelt gehört zum Erlebnis Möslalm. Kühe gehören traditionell zur Almwirtschaft. Mit etwas Glück lassen sich im Wald Rehe oder Hasen beobachten.

Eine besondere Atmosphäre entsteht am Abend: Die nordwestliche Ausrichtung bietet zwar keinen Sonnenaufgang, dafür schöne Sonnenuntergänge. In klaren Nächten können rund um das Möslalmkreuz sogar Glühwürmchen beobachtet werden.

Die Möslalm und die Bergwelt über Wörgl aus der Luft

Die Möslalm als Teil von Wörgl

Mehr als ein Ziel auf der Wanderkarte.

Von den alten Almwegen über die Erschließung des Berges bis zum heutigen Wegenetz hat sich die Beziehung zwischen Wörgl und der Möslalm über Generationen entwickelt.

Der Berg ist ein Ort geblieben, an dem Wörglerinnen und Wörgler, Familien, Wanderer, Radfahrer, Sportler, Stammgäste und Besucher aus der Region zusammenkommen.

Der Begegnungsberg über Wörgl.

Abendstimmung und Sonnenuntergang auf der Möslalm

Die Geschichte geht weiter

Die Möslalm ist kein Museum.

Sie ist ein lebendiger Ort. Menschen kommen auf den Berg, treffen sich, feiern, wandern, radeln und kehren ein. Neue Geschichten entstehen jeden Tag.

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